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vom Beginn der Besiedlung bis 1899

1./2. Jh. n. Chr. Die Insel Ufnau steht mit ihrem gallorömischen Tempel im religiösen Mittelpunkt eines weiten Gebietes beider Ufer; wahrscheinlich Zerfall nach dem Eindringen der Alemannen um 480.
6.-8. Jahrhundert   Es entsteht die erste christliche (Martins-)Kirche der Urpfarrei, die auf dem rechten Ufer von Schirmensee bis Stäfa und auf dem linken von Altendorf bis Wädenswil reicht.
741 «Hupinauia» - erste urkundliche Erwähnung in St. Galler Klosterurkunde.
744   Als «Ubinauvia» - Au des Huppan oder Huphan - in anderer St. Galler Klosterurkunde erwähnt.
906   erhält Abt Benno von Einsiedeln die Ufnau von der Frauenabtei Säckingen als Lehen zur Bewirtschaftung und Nutzniessung.
900-920   Schreckensperiode, da Hunnenschwärme vieles verwüsten. Wahrscheinlich wird die von Fridolin geschaffene Kirche durch solche zerstört.
Ab 926   lebt die Schwabenherzogin Reginlinde mit ihrem Sohn Adalrich als Leutpriester hier und stiftet die 970 erstmals urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Peter und Paul, auf den Fundamenten der abgebrochenen Martinskirche die Martinskapelle neben der Behausung für sich.
958 stirbt Reginlinde und wird vom Stift, das sie mit Gütern bedacht hatte,  in Einsiedeln beigesetzt.
Adalrich, Benediktiner von Einsiedeln geworden, wirkt weiter als Seelsorger.
23. Januar 965 Kaiser Otto I. der Grosse überlässt die Ufnau, die er von Säckingen eingetauscht hat, dem Kloster Einsiedeln (Ottonische Schenkung).
973 Adalrich stirbt auf der Ufnau.
Adalrichs Gebeine, der später Heiliggesprochene, werden 1659 von der Insel nach Einsiedeln überführt.
Im 10. Jh. löst sich Stäfa von der Mutterpfarrei Ufnau, Ende des 11. Jahrhunderts auch Altendorf.
1141 Bau und Einweihung der Kirche St. Peter und Paul am Standort des älteren Kirchengebäudes und möglicherweise Erneuerung der Martinskapelle auf den Fundamenten des Baues vom 10. Jh.
1194 Erwähnung eines Leutpriesters Rudolf.
Im 12./13. Jh. trennt sich die Pfarrei Wädenswil-Richterswil von der Ufnaupfarrei.
1240 werden die Gebr. Heinrich und Ulrich erwähnt, die Grund und Boden auf der Insel bebauen.
Im 13./14. Jh. Anbau einer zweigeschossigen Sakristei nördlich an die Pfarrkirche. Im Erdgeschoss befindet sich das Beinhaus.
1308 Weitere Teilung der Grosspfarrei Ufnau, weil wenige Jahre zuvor 50 Gläubige bei der Fahrt zum Insel-Gottesdienst ertrunken sind. Alle Bewohner der Höfe östlich vom Krebsbach, ausser die von Hurden, d.h. von Pfäffikon, Freienbach, Bäch, Wilen, Feusisberg, Schindellegi gehören fortan zur Pfarrei Freienbach. Sie müssen jedoch zweimal jährlich der Eucharistiefeier auf der Insel beiwohnen, am Fest der Apostelfürsten Peter und Paul (29. Juni) und an der Kirchweihe.
1360 Neuweihe des Muttergottes-Altares in der Kirche.
1362 Die Pfarrei Ufnau wird dem Stift Einsiedeln inkorporiert.
1372 Weihe eines Altares zu Ehren des hl. Adalrich, gestiftet durch Pfarrer Johannes Schwarz.
1376 erhält Hombrechtikon einen eigenen Leutpriester, löst sich daher von der Inselpfarrei. Die Gläubigen vom rechten und linken Ufer müssen nur noch einmal jährlich, an St. Peter und Paul, die Messe auf der Ufnau besuchen. Bloss Hurden bleibt, wohl wegen dem hölzernen Steg, bei der Stammpfarrei.
1388 Die Gebeine der im Näfelserkrieg vor Rapperswil gefallenen Eidgenossen sollen ins Beinhaus der Ufnau verbracht worden sein. Dieses befindet sich im Erdgeschoss des doppelstöckigen Anbaus an der Nordseite des Turms von St. Peter und Paul. Darüber liegt die Sakristei.
Im 15. Jh. bestehen vier kleine Heimwesen auf der Insel, die gleich der Lützelau durch Sandstein-Abbau (Schiffsfuhren nach Zürich und Rapperswil) stetig verkleinert werden.
1415 legt Pfarrer Reinhard Stahler ein neues Jahrzeitenbuch an und lässt um 1430 ein Pfarrhaus erstellen.
1479 Die Liebfrauen-Bruderschaft wird gegründet.
Um 1520 wirkt Ufnaupfarrer Jakob Kaiser als Anhänger von Reformator Ulrich Zwingli. Aus Hass verkauft Kaiser den Palmesel um ein Tannenholz nach Feusisberg, wird darum entlassen.
1523 ist der zweite Anhänger Zwinglis, Hans Klarer genannt «Schnegg», Ufnaupfarrer.
Dank Huldrych Zwinglis Beziehungen zu seiner früheren Wirkungsstätte Einsiedeln, erhielt der verfolgte, todkranke Ulrich von Hutten Asyl auf der Klosterinsel. Dort wurde er von Mai bis August 1523 vom Leutpriester Hans Klarer gepflegt. Ähnlich wie Paracelsus kannte Pfarrer Klarer Heilmethoden, die er - allerdings erfolglos - bei der Pflege des erkrankten Ulrich von Hutten anwendete.
Hans Klarer starb um 1535 in Schwerzenbach. Er war dort Pfarrer.
23. August 1523 Auf der Ufnau stirbt der kranke Ritter und Humanist Ulrich von Hutten an Syphilis und findet auf dem Inselfriedhof seine letzte Ruhe.
«Huttens letzte Tage», Dichtung von Conrad Ferdinand Meyer von 1871.
1526 trennt sich der rechtsufrige Teil der Pfarrei (Hombrechtikon, Feldbach, Schirmensee, Uerikon) vollständig vom alten Glauben und der Inselmutterkirche.
1546 stirbt Bartholomäus Hüsser, der letzte weltliche Inselpfarrer.
1552-53 P. Wolfgang Kalchofner ist Pfarrer auf der Ufnau.
1555-58 versieht P. Johann Jakob Brunner (Fontanus) die Parrkirche.
1560 Bau des Häuschens auf dem Arnstein.
Ab 1564 ist der jeweilige Stiftsstatthalter in Pfäffikon auch der Ufnau-Pfarrer.
1567 kauft Abt Joachim Eichhorn die Insel mit Haus, Hof, Reben, Matten und Steinbrüchen für 1761½ Gulden zurück.
1568 Die Martinskapelle wird innen und aussen restauriert.
1596 Im Kirchturm hängen zwei neue Glocken.
1613 Ältester erhaltener Pachtvertrag.
1630 Der Turmaufbau mit Käsbissen wird der St. Peter und Paulskirche hinzu gefügt.
1656 Während des ersten Villmergenkriegs richten die Zürcher auf der Insel beträchtlichen Schaden an.
1659 Feierliche Erhebung der Gebeine des hl. Adalrich.
1663 Errichtung eines barocken Sarkophages für die Gebeine des hl. Adalrich im Chor von St. Peter und Paul.
1672 wird Hurden nach Freienbach eingepfarrt. Ende der Pfarrei Ufnau.
1674 Letztes Begräbnis auf dem Inselfriedhof.
1676 Erweiterung der Kirche um zwei kleine barocke Querschiffe.
1681  
Das Pächterhaus
(das heutige Gasthaus «Zu den zwei Raben»)
wird gebaut.
     
Von 1684 an betreut ein vom Stiftsstatthalter beauftragter Werkmann anstelle von Pächtern die Insel.
1712 Während des zweiten Villmergenkriegs überfallen die Zürcher die Insel, zerstören in beiden Kirchen die Altäre und stehlen die Glocken von St. Peter und Paul. Lange Zeit findet kein Gottesdienst mehr statt, auch die alljährliche Fahrt der Pfarrei Freienbach unterbleibt.
1736 lässt Abt Niklaus Imfeld die Peter und Paulskirche wieder herstellen und
bei Peter Ludwig I. Keiser (1692-1769) in Zug zwei neue Glocken giessen.
1790 wird die Martinskapelle durch Abt Beat Küttel wieder hergestellt.
1798 Französische Revolutionstruppen schänden die Kirchen erneut.
Nach der franz. Revolution kommt die Ufnau zum neuen Kanton Linth.
1801 entschliessen sich die helvetischen Behörden, um Schulden tilgen zu können, zum Verkauf der Insel, die in zweiter Versteigerung um Fr. 15000.- an Karl Ludwig Curti in Rapperswil kommt.
11. März 1805 Das Kloster kauft die Insel erneut zurück.
1809 Die Kirchen werden notdürftig wieder hergestellt.
1811 kann Abt Konrad Tanner in der Kirche drei Altäre weihen.
1831 werden erstmals Gäste vom «Werkmann» aufgenommen.
1843 Der Zürcher Gelehrte und Altertumsforscher Ferdinand Keller veröffentlicht eine erste grundlegende Monographie über die Insel.
1857 legt das erste Dampfschiff am Nordufer an.
1858 Wiederherstellung der Martinskapelle.
1859/81 Drei Gräberfunde bei der St. Martinskapelle und an der nördlichen Inselspitze stammen aus der Zeit der Alemannen.
1859 Die St. Martinskapelle wird nach der Wiederherstellung neu geweiht.
1865/66 Innen- und Aussenrenovation des um 1681 erstellten Pächterhauses.
1866-1868 legt das Kloster Einsiedeln Spazierwege an.
1869 erhält die St. Martinskapelle einen Dachreiter mit Glocke.
Ab 1870 darf der Werkmann eine Wirtschaft führen.
1871 Die Dichtung «Huttens letzte Tage» von Conrad Ferdinand Meyer macht die Insel literarisch bekannt.
1872 Der Schiffssteg auf der Südseite der Insel wird bewilligt. Nach dessen Zerstörung durch einen Sturm wurde der steinerne Landungssteg auf der Nordseite erstellt.
1880 Die Reben werden ausgerissen.
1881 Bau eines Dampfschiff-Landesteges an der Nordseite der Insel,
1897 durch eine Natursteinmole ersetzt.
Fortsetzung von 1900 bis Heute