Turm zu Pfäffikon Zurück

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Schlossanlage anfangs des 19. Jahrhunderts,
noch vor dem Dachumbau am Turm von 1839.

Um 1260 Erbaut zur Abwehr feindlicher Angriffe und zum Schutz der Einkünfte aus den Klosterländereien.
1298 Erster Angriff, ohne Plünderung, auf den noch unbefestigten Turm durch Untervogt Rudolf I. von Rapperswil.
28. Februar
1299
  Erstmals erwähnt im Kopialbuch des Abtes Burkhard von Weissenburg-Krenkingen als «in castro Pfeffinkon».
Um 1300 Bau der Ringmauer, des Wall und Wassergrabens durch Abt Johannes I. von Schwanden.
1308 ist «Rudolf, genannt Spichwart» zuständig für den Turm.
1314 überfallen die Schwyzer in der Dreikönigsnacht das Kloster Einsiedeln. Abt Johannes bringt sich samt Mönchen und wichtigen (u.a. Kaiser-)Urkunden im festen Turm Pfäffikon in Sicherheit.
1315 besingt der Einsiedler Schulmeister Rudolf von Baldegg diesen Speicherturm mit den Worten: «Hier bei dem See ist ein Ort, der mit Namen Pfäffikon heisst; hier vor uralter Zeit wurde ein Häuschen gebaut, das für die Brüder die Frucht des Gotteshauses bewahrte, so dass das nährende Korn stets ihnen wäre bereit».
1347/1348 überfällt Graf Johannes II. mit den Bürgern von Rapperswil und übrigen Leuten den Turm, raubt ihn vollständig aus und entführt sogar Abt Konrad II., muss aber später alles bezahlen oder zurück geben.
1359 benützt der Abt den 3. Stock des Turmes als Sommerwohnung.
1386 schliesst Abt Peter II. ein Burgrecht mit der Stadt Zürich. Diese darf im Kriegsfall den Platz Pfäffikon besetzen.
Zu Beginn
 des 15.
 Jahrhunderts
  Errichtung von Wohnbauten bei der Turmanlage. Von nun an wurde das Schloss die «Weissenburg» genannt.
1445 brennt die österreichisch-zürcherische Besatzung von Rapperswil das Schloss samt umliegenden Gebäuden ab.
1451 Burg- und Landrecht im Turm abgeschlossen zwischen Zürich, Luzern, Schwyz, Glarus und dem Kloster St. Gallen.
1516 wird Ulrich Zwingli im Schloss als Leutpriester von Einsiedeln eingesetzt.
1567   Errichtete Abt Joachim von Eichhorn an der jetzigen Stelle eine gotische Kapelle, die 1785 im Barockstil umgestaltet wurde.
1480   fand hier die Abtwahl statt.
1544-1569 lässt Abt Joachim Eichhorn den Turm und die Weissenburg ausbauen und vergrössern.
1577   diente sie den Einsiedler Mönchen während 7 Monaten als Zuftluchtsort, als das Kloster und das Dorf Einsiedeln einem Grossbrand zum Opfer fielen.
1670-85 weilt der päpstliche Nuntius Odoardo Cibo öfters hier.
Bis ins 18.
 Jahrhundert
Die Schlossanlage diente dem Kloster bis ins 18. Jahrhundert als Verwaltungszentrum und wurde schliesslich durch die neu daneben erstellte barocke Statthalterei abgelöst.

Das Ende der «Weissenburg»:
1728 Die Schlossanlage wurde durch die Truppen Napoleons grösstenteils verwüstet.
1798 kommt das arg mitgenommene Schloss mit seinen Gütern unter die Verwaltungskammer des helvetischen Kantons Linth.
1820 Die übrig gebliebenen Mauern rund um den Turm wurden abgerissen, die Stiftstatthalterei und die Kapelle wurden jedoch wieder aufgebaut.
Sommer 1839 Das morsche Turmdach (Käsbissen) aus dem 17. Jh. wurde durch den jetzigen Dachstuhl ersetzt. Statthalter ist zu dieser Zeit P. Josef (Johann) Tschudi.
1862 erhält das Wohngebäude im Westen eine Altane oder balkonartigen Vorbau.
1928 Renovation der Schlosskapelle.
1930 Turm renoviert unter Statthalter P. Joachim Gisler.
1930-31 Scheune wegen Bau der SBB-Doppelspur durch neue ersetzt.
1966 Wohngebäude innen und aussen renoviert.
1973 Turmdach erneuert.
1986-88 Kapelle, Turm und Wassergraben werden unter der Leitung des Klosters Einsiedeln und des Vereins «Pro Schloss Pfäffikon» renoviert.